Camping an der Radiostation

La Joya

Camping am Refugio

Refugio, Platz für 30 Heringe

Besteigung des Iztaccíhuatl

Um auf den Itzta (schlafende Jungfrau) zu steigen, benötigt man eine spezielle Genehmigung. Den Antrag kann man aus dem Internet direkt hier als Worddatei und hier als pdf-Dokument herunterladen oder beim Club de exploraciones de mexico . (vorsicht, dort falsche FAXnummer)

Vorgehen:

  • Antrag ausfüllen

  • per Fax schicken an

    Lic. Horacio Alejandro López López
    Director de Area Natural Protegida Izta-Popo, Zoquiapan y Anexas
    Plaza de la Constitución # 1 Amecameca,Edo. de México C.P. 56900
    Tel: 01 (597) 978-3829 y 978-3830
    Fax: 978-3829
    iztapopo@conanp.gob.mx
    anpiztapopo@volcanes.net
  • Fax-Antwort mit Unterschrift und Stempel abwarten

    Dazu muss man allerdings wissen, dass die Gegenstelle nicht selbständig FAXe schicken darf. Die angegebene FAXnummer ist ein manelles FAX, d.h. man trägt kurz sein Anliegen vor und bittet dann um einen FAXton. Normalerweise wird dann das das FAX sofort unterschrieben. Deshalb muss man nach ein paar Minuten wieder anrufen und von sich aus einen Faxton geben:
    "Queremos subir a la Izta y le quiero enviar la solicitud por FAX. Por favor me puede dar tono de FAX ? Despues voy a llamar otra vez entre 5 minutos y le voy a dar tono de FAX para que me manden la respuesta. Muchas gracias."

  • Antwortfax kopieren

Dann kann es losgehen. Ohne Genehmigung ist meist schon bei der Anfahrt hinter Amecameca Schluss, denn dort steht ein Militärposten, der eine Kopie der Genehmigung haben möchte, und zwar pro Auto, welches zum Paso de Cortes fährt, eine Kopie.
Am Paso de cortes registriert man sich dann im Hüttenbuch (eine Person für die gesamte Gruppe) in der festen Steinhütte und bittet, dort übernachten zu dürfen. Normalerweise wird das nicht genehmigt, denn die Leute haben keine Lust dazu. Es klappt auch nur dann, wenn das ausdrücklich auf dem gefaxten Antrag vermerkt ist. Deshalb immer auf dem Antrag mit aufnehmen übernachten in Zelten.
Dann erhält man aber den Schlüssel für die Schranke (wenn die Schranke nicht sowieso offen ist) und fährt den nun beginnenden Feldweg etwa eine halbe Stunde weiter. Bei der Radio- und Funkstation gibt es dann ebene Stellen, wo man sein Zelt für die Nacht aufstellen kann. (In der Funkstation gibt es ebenfalls mehrere fein ausgestattete Räume mit Duschen zum Übernachten. Doch es ist bisher noch niemandem von uns gelungen, dort unterzukommen. Man wird zurückverwiesen an die Hütte am Paso de cortes, wo es offenbar den Schlüssel für die Unterkunft in der Radiostation geben soll.)
Noch eine Viertelstunde weiter ist der Feldweg dann bei La Joya zuende. Man lässt das Auto dann dort und beginnt den Aufstieg.

Bericht vom Aufstieg zum Vulkan Izta

der gar nicht als solcher erscheint. Der Berg liegt neben dem Vulkan Popocatepetl, und immer wieder gab es während des Ausfluges Blicke auf den Popo. Beide Berge kann man an klaren Tagen von Mexiko - Stadt aus sieht. Über die Itzta gibt es die bekannte Volkssage: Damals, als noch Götter die Welt bevölkerten, verliebte sich ein Krieger in eine junge Prinzessin. Deren gestrenger Vater aber verweigerte die Heirat der beiden. Zuerst müsse der künftige Schwiegersohn ihm den Kopf seines ältesten Fein-des bringen, forderte der König. Der Krieger erfüllte die Aufgabe, doch aus Neid hatte der Vater die schöne Prinzes-sin bereits geopfert. Nun blieb dem Betrogenen nichts, als seine leblose Geliebte in unendlicher Trauer auf ein Bett von Blumen zu legen. Er selbst erstarrte neben ihr in der Hoff-nung, sie würde eines Tages auferstehen. Geduldig wacht der Krieger bis heute über seine Braut, nur gelegentlich läßt er seinem Zorn freien Lauf und erschreckt die Anwohner mit Rauch und Feuer.



Itzta (links) und Popo (rechts) von Mexiko - Stadt aus gesehen

Eine Gruppe von 7 Lehrern hatte sich das für ein Wochenen-de vorgenommen. Wir sind Freitag nach der Schule losge-fahren und haben auf dem Paso de Cortés übernachtet, dem Pass, an dem Cortés mit seinen Soldaten und verbündeten Indios in das Tal von Mexiko vorgedrungen ist, um sich mit Moctezuma in seiner Hauptstadt Tenochtitlan zu treffen. Der Pass liegt auf ca. 3800m und die Nacht in den Zelten war recht kalt (-5 bis -10°C). Von dort aus sind wir noch etwa eine halbe Stunde Staubstraße weitergefahren und haben dann das Auto neben vielen anderen auf einem Parkplatz abgestellt, um dann mit Gepäck und Zelten zu einer "Hütte" auf etwa 4850m aufzusteigen. Jeder hatte reichlich über 10 kg zu schleppen, da wir jeder ca. 3 - 5 Liter Wasser und Verpflegung und Kocher und Eispickel und Wäsche und ein paar Zelte mit nach oben tragen mussten. Nach 4 Std. Laufen kommen wir am ersten Etappenziel an. Die Hütte hat die Ausmaße von ca. 2,5m mal 6m und bietet in drei Schlafebenen Platz für etwa 30 "Heringe". Sie war bereits reichlich belegt, und wir blieben somit wieder draußen in den Zelten. Kurz die Nase in die Hütte halten reichte auch aus, um zur Überzeugung zu gelangen, in den Zelten zu übernachten. Dort oben waren wir nicht die Einzigen. Es kamen im Laufe des Nachmittags und Abends noch etwa 10 Zelte auf dem Platz um die Hütte hinzu. Es ging allerdings so viel Wind, dass die Gaskocher die Töpfe mit dem Essen nicht wärmten und wir daher im Stehen in der Hütte kochen mussten. Damit war dann der Eingang für die nächsten 20 Minuten blockiert. Nach Sonnenuntergang wurde es entsprechend kalt, und wir zogen uns in die Schafsäcke zurück. In der Nacht ging ein so kräftiger Wind, dass ich dachte, dass Zelt flöge gleich weg. Glücklicherweise waren wir zu dritt im Zelt und alle hofften, dass unser Gewicht das Zelt halten würde, auch wenn die Heringe vom Wind herausgezogen würden. Es schneite dann noch ein wenig, doch um 5.00 Uhr, als wir uns zum Ab-marsch bereit machten, hatte der Wind zum einen den Schnee vertrieben und zum anderen sich selbst gelegt. Einige hatten mit der Höhe zu kämpfen, ich zum Glück nicht. Eine Tablette Aspirin reichte, um den leichten Kopfdruck zu beseitigen. So blieben vier von unserer Gruppe um uns aufzumachen, den Gipfel zu besteigen, die anderen blieben im Zeltlager. Bis zum Gipfel waren nur noch 400 Höhenmeter zu überwinden, allerdings was für welche: zunächst kämpften wir uns ein steiles Geröllfeld hoch. Jeder Schritt nach oben rutschte einen halben Schritt wieder zu-rück und ein Gehrhythmus konnte sich dabei nicht einstellen. Nach einer dreiviertel Stunde hatten wir dann die 100 Höhenmeter Geröllfeld hinter uns und es folgte eine angenehmere Kletterstrecke. Pünktlich zum Sonnenaufgang fanden wir uns 150 Höhenmeter weiter oben auf 5015m. Die Aussicht war grandios und entschädigte für die vorhergegan-gene Rutscherei. Direkt vor uns der Popocatepetl ( 5452m ) im ersten Licht, weiter in der Ferne der höchste Berg Mexi-kos, der Pico de Orizaba ( 5639m ); etwas weiter im Vorder-grund die Malinche ( 4461m ) und auf der anderen Seite über das Tal von Mexiko hinaussehend der Nevado de Toluca ( 4575m )



Morgen auf der Itzta - Blick auf die Malinche

Ein wenig zweifelte ich, ob ich noch den Rest der Strecke zur Spitze der Itztaccihuatl schaffen würde, denn die Laufe-rei und Kraxelei in dieser Höhe, in der nur noch etwa 50% des Sauerstoffes vorhanden sind, hatte mir schon reichlich zugesetzt. Doch andererseits wollte ich natürlich auch nicht wieder zurück, wo nur noch ca. 250 Höhenmeter zu über-winden waren. Mich beruhigte dann auch, dass wir schon einige Bergsteiger abgehängt hatten, die wesentlich langsa-mer sich voranquälten, und der Rest der Strecke ging eher mäßig gewellt auf und ab bis zur Spitze. Wunderbar auch das Erlebnis, mehr oder weniger auf dem Grat zu wandern, teils über Schneefelder und Gletscher, teils auf dem nach Schwe-fel stinkenden vulkanischem Untergrund. Dazu fast windstill und mit hervorragender Fernsicht.
Die Schritte zählend und immer langsam voran erreichten wir schließlich den enttäuschenden Gipfel: Die Brust der Itztaccihuatl mit 5286 m stellt sich wie eine kleine Anhöhe in einem flachen Schneefeld dar.



Spitze der Itzta auf dem höchsten Punkt des Schneefeldes

Ein kleines kaputtes Holzkreuz von ca. 1m Höhe kündigt den Gipfel an. Die Itztaccihuatl ist ein langgestreckter Vulkan, dem die typische Form fehlt. Nach dem obligatorischen Gipfelfoto, Blick auf den Kopf der Itzta und kurzer Stärkung ging es dann wieder zurück. Angenehm das "Skifahren" auf dem Geröllfeld abwärts, wo uns der Rest der Gruppe schon mit Fernglas erspäht hat. 6 1/2 Std. waren wir unterwegs. Nach einer Pause und warmem Tee werden die Zelte abge-baut, und es geht weiter abwärts, wo wir nach 2 Stunden am Parkplatz ankommen. Auf der Rückfahrt nach Mexiko schla-fe ich im Auto fast ein. Hunger habe ich auch kaum, muss mich zwingen, etwas zu Essen. Völlig verdreckt, verschwitzt und nach drei Tagen in denselben Klamotten genieße ich die warme Dusche.
Stolz einerseits, den Berg geschafft zu haben, immerhin meinen ersten 5000der, und andererseits das Erleben, dass es mit 44 Jahren konditionsmäßig nicht mehr so locker wie den anderen Teilnehmer geht, bleibt das wunderbare Naturerleb-nis und die Tage mit optimalen Wetterbedingungen. Es war auch fast die letzte Chance, vor den Ferien diese Tour zu machen, denn nach den Ferien, wenn man in Meereshöhe ist, geht die ganze natürliche Kondition verloren, die man durch den längeren Aufenthalt auf 2240m in Mexiko-Stadt hat.


Blick zurück. Vorn die Füße der Izta, dahinter der Popocatepetl


Home | Updateprotokoll | sitemap | mail Blanca | mail Thomas | links
No Copyright © 2002 Thomas Heins. No rights reserved.